6.666 km für ein Kamel — 3. Teil

Im drit­ten Teil mei­nes Aben­teu­er-Berichts über die All­gäu-Ori­ent-Ral­lye 2014 berich­te ich dir über die ers­ten ech­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Tour, die ers­ten coo­len Off­road-Etap­pen und von einem fas­zi­nie­ren­den Land, das uns in sei­nen Bann gezo­gen hat, der Tür­kei. Also, los geht´s!

Roadtrips-feeling pur
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Road­t­rips-fee­ling pur

Im letz­ten Betrag habe ich dir von den ers­ten Etap­pen unse­rer AOR 2014, den ers­ten klei­nen Aben­teu­ern und natür­lich von der ner­ven­auf­rei­ben­den 35-Stun­den-Mega-Etap­pe mit Ziel in Istan­bul berich­tet. Aber ganz ehr­lich: Das war nur ein lau­er Vor­ge­schmack auf das, was uns in den nächs­ten gut zwei Wochen erwar­ten soll­te.

mit Freunden und Polizei in Istanbul
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — mit Freun­den und Poli­zei in Istan­bul

In Istan­bul blei­ben wir zwei Näch­te und freu­en uns auch hier wie­der über eine Ein­la­dung: Unse­re Freun­de Ken­an und Bahat­tin aus Anta­lya, die dort die erfolg­rei­che Tou­ris­tik-Agen­tur KENBA füh­ren, spen­die­ren uns drei Dop­pel­zim­mer in einem Hotel nahe der Blau­en Moschee. Aber die Bei­den haben noch eine gro­ße Über­ra­schung für uns. Sie kom­men extra aus Anta­lya ange­flo­gen und ver­brin­gen die nächs­ten bei­den Tage mit uns. Eine gro­ße Ges­te und wir genie­ßen es, dass die bei­den Tou­ris­tik-Pro­fis uns die tür­ki­sche Haupt­stadt näher brin­gen. Neben den must-do‘s wie die Hagia Sophia-Moschee und dem Gro­ßen Bazar zei­gen sie uns das “ech­te” Istan­bul und laden uns zu dem ein oder ande­rem Gau­men­schmaus ein.

Medien-Profi Detlef gibt TV-Interviews, auf die wir Tage später angesprochen werden
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Medi­en-Pro­fi Det­lef gibt TV-Inter­views, auf die wir Tage spä­ter ange­spro­chen wer­den
mit Freunden in Istanbul
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge mit Freun­den in Istan­bul

Warten auf den nächsten Startschuss

Am drit­ten Tag in die­ser beein­dru­cken­den Metro­po­le — ganz ehr­lich, Istan­bul musst du gese­hen haben — sind wir nicht nur erholt, son­dern auch vol­ler Taten­drang. Unser Schrau­ber-Frisch­ling Ste­fan hat den Fuhr­park noch ein­mal gecheckt und von einem der ande­ren Teams ein CB-Funk­ge­rät abge­staubt. Das ist eine super Nach­richt, denn das Gerät im Auto von Mar­kus und mir hat­te schon auf der Anrei­se nach Ober­stau­fen den Geist auf­ge­ge­ben. Nun ist unser Team wie­der voll­stän­dig con­nec­tet. Aber wann geht es nun end­lich wei­ter? Wir wol­len Kilo­me­ter machen, sind hung­rig nach Aben­teu­ern.

Wann es tat­säch­lich wei­ter geht ist ein gro­ßes Geheim­nis. Ja, rich­tig gele­sen! Die Orga­ni­sa­ti­on hat nur mit­ge­teilt, dass es heu­te nach Asi­en geht, genau­er gesagt nach Sancak­te­pe. Als Start­si­gnal soll eine Sire­ne ertö­nen — irgend­wann im Lau­fe des Nach­mit­tags. Der Auf­bruch ist gleich­zei­tig die ers­te Wer­tungs­prü­fung auf Zeit. Der­je­ni­ge, der zuerst die Fäh­re nach Asi­en erreicht, hat gewon­nen. Also ver­har­ren wir in der Nähe unse­rer Autos und sind sprung­be­reit… stun­den­lang.

Stefan repariert das Funkgerät
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Funk­kon­takt her­ge­stellt — Ste­fan repa­riert das Funk­ge­rät

Dann — ganz unschein­bar — ertönt das Signal und der Platz vor der Blau­en Moschee wird zum Amei­sen­hau­fen. Die Alt­stadt Istan­buls ist wahr­lich nicht gebaut, um ein Ren­nen mit über 300 Young- und Old­ti­mern aus­zu­tra­gen und somit sind Staus und wil­de Sze­nen vor­pro­gram­miert. Wir ver­las­sen den Platz in ent­ge­gen­ge­setz­ter Rich­tung, denn wie man weiß füh­ren vie­le Wege nach Rom oder halt zur Fäh­re. Eine gute Ent­schei­dung, denn nach einem wil­den Ritt durch die engen Gas­sen und über­füll­ten Haupt­stra­ßen errei­chen wir als drit­tes Team das Ziel. Super — das gibt ordent­lich Punk­te für die Wer­tung!! Zur Erin­ne­rung: Dem Gewin­ner wird ein Kamel über­reicht und das wol­len wir uns nicht ent­ge­hen las­sen!

 das Rennen zur Fähre
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — das Ren­nen zur Fäh­re

Nun ver­las­sen wir Euro­pa und steu­ern mit einer Fäh­re vol­ler Ral­lye-Freaks Asi­en an. Der asia­ti­sche Teil Istan­buls hat eine kom­plett ande­re Aus­strah­lung, erwar­tet uns aber mit dem glei­chen Ver­kehrs-Cha­os. Das Navi­gie­ren wird zur Glück­sa­che. Aber am frü­hen Abend steu­ern wir Sancak­te­pe an und wer­den dort unser ers­tes Nacht­la­ger im Frei­en auf­schla­gen. End­lich raus aus der Kom­fort­zo­ne.

auf der Fähre von Europa nach Asien
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — auf der Fäh­re von Euro­pa nach Asi­en

Unser Wet­ter­frosch Det­lef hat­te vor der Ral­lye immer fol­gen­de Vor­her­sa­ge bereit: “Bis Istan­bul wird es reg­nen und danach fah­ren wir nur noch im Son­nen­schein!”. Er hat­te fast recht… fast. Asi­en beglückt uns mit Nie­sel­re­gen und weni­ger als 10°C. Auch die Loca­ti­on ist zum Zel­ten nicht gera­de ide­al. Der Unter­grund ist mit Stei­nen und Wur­zeln über­zo­gen und zudem nir­gends wirk­lich gera­de. So what? Wir haben es so gewollt. Gas-Kocher an, Spa­ghet­ti auf die Tel­ler und das gan­ze mit ein, zwei Dosen Bier run­ter gespült.

 erste Wagenburg - kalt und nass....
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — ers­te Wagen­burg — kalt und nass.…
Campground - erste Nacht im Zelt
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Camp­ground — ers­te Nacht im Zelt

Am nächs­ten Mor­gen wachen wir wenig erholt und etwas klamm auf. Bis auf Phar­ma-Frisch­ling Mar­kus — der ist pitsch­nass. Er hat die Nacht — bei 4°C — im Frei­en unter einer Pla­ne ver­bracht. Toughe Leis­tung! Aller­dings hat sich die Pla­ne mit Regen­was­ser gefüllt und sich dann gegen 4.oo Uhr mor­gens über den schla­fen­den Ral­lye-Frisch­ling ergos­sen. Er nimmt es mit Humor.

Nachtlager im Freien - Dusche inklusive
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Nacht­la­ger im Frei­en — Dusche inklu­si­ve

Von Sancak­te­pe star­ten wir im Regen Rich­tung Anka­ra und keh­ren gegen Mit­tag in ein klei­nes Lokal irgend­wo im nir­gend­wo ein. Sofort strö­men Kin­der und Män­ner her­bei und bestau­nen unse­re Autos und unse­re Out­fits. Das Essen schmeckt herr­lich.

Kulinarischer Genuss in der Türkei
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — wir genie­ßen die Tür­kei

Die erste Katastrophe bahnt sich an

Auf den nächs­ten 270 km erwar­ten uns 3 Päs­se mit bis zu 1570 Höhen­me­ter. Scha­de nur, dass das Wet­ter nicht bes­ser wer­den möch­te. Nach eini­gen Kilo­me­ter bemer­ken wir an unse­rem Vol­vo, dass die Was­ser­tem­pe­ra­tur bei jedem Anstieg eben­falls rasant mit­steigt. Nach einer kur­zen Pau­se scheint die Küh­lung wie­der zu funk­tio­nie­ren. Aber schon nach einen Kilo­me­ter ist die Nadel wie­der im roten Bereich.

erster Schaden am Auto während der Allgäu Orient Rallye 2014
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — ers­ter Scha­den

Irgend­et­was im Kühl­sys­tem stimmt nicht. So kom­men wir nicht über die vor uns lie­gen­den Ber­ge… Im nächs­ten Dorf fra­gen wir nach Hil­fe und ein Jun­ge schwingt sich kur­zer­hand auf ein Moped und bret­tert vor uns her. Er führt uns zu einer klei­nen Trak­tor-Werk­statt, wo Ste­fan und der Trak­tor-Mecha­ni­ker sich an die Arbeit machen. Aber wirk­lich schlau wer­den sie nicht. Kühl­mit­tel ist genug vor­han­den, die Was­ser­pum­pe funk­tio­niert und am Ther­mo­stat kann es auch nicht lie­gen.

Inspektion in der Traktorwerkstatt
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — lan­ge Gesich­ter — Inspek­ti­on in der Trak­tor­werk­statt
Volvo No. 2 bereitet Sorgen
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Vol­vo No. 2 berei­tet Sor­gen

Mehr oder weni­ger unver­rich­te­ter Din­ge set­zen wir unse­ren Weg fort. Aber schon schnell wird klar: so funk­tio­niert das nicht… Wenn wir den nächs­ten Pass erklim­men wol­len, wird die Tem­pe­ra­tur so anstei­gen, dass wir einen Riss in der Zylin­der­kopf­dich­tung und viel­leicht sogar einen kapi­ta­len Motor­scha­den ris­kie­ren. Mit jedem Meter wird uns nun das Aus­maß der Situa­ti­on bewusst. Das Aben­teu­er AOR hat eigent­lich gera­de erst begon­nen, aber wenn uns jetzt der Motor hoch­geht, ist es vor­bei. Klar, wir kön­nen mit zwei Autos wei­ter­fah­ren. Aber dann wird es eng und wir müss­ten sicher­lich einen Groß­teil der Hilfs­gü­ter zurück­las­sen. Und mit die­ser Opti­on wol­len wir uns nicht anfreun­den. Es wird ziem­lich still in unse­rem Auto.

mühsam hält sich das Volvo-Gespann denn Pass hoch
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — müh­sam quält sich das Vol­vo-Gespann denn Pass hoch

Für den ers­ten Pass neh­men wir unse­ren weid­wun­den Ral­lye­bo­li­den daher ans Abschlepp­seil. Klar, so scho­nen wir das geschun­de­ne Fahr­zeug — aber wir muten dem Zug­fahr­zeug eini­ges zu. Die­ses hat immer­hin auch schon deut­lich über 200.000 km auf dem Tacho und ist — gelin­de gesagt — etwas über­la­den… aber es klappt.

Am spä­ten Nach­mit­tag liegt zwar der ers­te Anstieg hin­ter uns, dafür liegt unse­re Stim­mung am Boden. Wir errei­chen eine grö­ße­re Stadt und suchen wie­der eine Werk­statt auf. Ste­fan macht hier nun die Was­ser­pum­pe als Übel aus. Sie funk­tio­niert, wenn das Kühl­mit­tel kalt ist, gibt aber den Geist auf, sobald die Tem­pe­ra­tur steigt. Selt­sam, aber so ist es nun mal. Wir haben jede Men­ge Ersatz­tei­le dabei, aber aus­ge­rech­net eine Was­ser­pum­pe ist nicht dabei. Shit!

270km Abschleppen
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Vol­vo am Haken — 270km Abschlep­pen

Wir müs­sen irgend­wo im nir­gend­wo eine Was­ser­pum­pe für einen über 20 Jah­re alten Vol­vo auf­trei­ben. Aber wie? Bei der Aus­wahl unse­rer Fahr­zeug haben wir bewusst auf Vol­vo gesetzt, da die­se Mar­ke vor allem durch ihre Nutz­fahr­zeu­ge fast über­all in der Welt anzu­tref­fen ist. Und das kommt uns nun zugu­te. Wir tele­fo­nie­ren mit unse­rem Freund Bahat­tin, der alles in Bewe­gung setzt. Er tele­fo­niert mit Vol­vo in Istan­bul und orga­ni­siert ein ent­spre­chen­des Ersatz­teil. Zudem schafft er es, dass die­ses Teil per Express-Sen­dung nach Anka­ra geschickt wird. Geil, wir sind geret­tet. Naja, oder auch nicht. Denn bis Anka­ra sind es noch fast 200 km mit zwei wei­te­ren Anstie­gen.

Von der AOR Orga­ni­sa­ti­on erhal­ten wir die Frei­ga­be, mit einem Auto die Auto­bahn zu nut­zen, um schnellst­mög­lich nach Anka­ra zu fah­ren und dort den Emp­fang des Ersatz­teils und eine ent­spre­chen­des Werk­statt zu orga­ni­sie­ren. Det­lef und Schrei­ner-Mar­kus tren­nen sich vom Team und rasen nach Anka­ra.

Der Vol­vo von Ste­fan und Bru­no fun­giert als Zug­ma­schi­ne, Phar­ma-Mar­kus und ich sit­zen im antriebs­lo­sen Auto und las­sen uns zie­hen. Durch die Nacht, am Abschlepp­seil und ziem­lich frus­triert. Das Fah­ren am Seil ist eine ech­te Her­aus­for­de­rung. Da der Motor nicht läuft, gibt es kei­ne Ser­vo­len­kung und auch kei­nen Brems­kraft­ver­stär­ker. Mar­kus muss berg­ab daher mit gan­zem Gewicht auf die Brem­se stei­gen — stun­den­lang. Wäh­rend­des­sen über­ho­len uns LKWs mit einem Affen­zahn.

Gegen 2.oo Uhr nachts haben wir es geschafft. Unser Vol­vo steht vor einer Vol­vo-Ver­trags­werk­statt in einem Indus­trie­ge­biet in Anka­ra und wir fal­len fast sofort in einen Tief­schlaf.

türkisch-deutsche Arbeitsgemeinschaft
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — mit ver­ein­ten Kräf­ten — tür­kisch-deut­sche Arbeits­ge­mein­schaft

Vielen Dank!

Den nächs­ten Tag star­ten wir mit einem mul­mi­gen Gefühl. Ist das Ersatz­teil da? Wird es pas­sen? Und war die Was­ser­pum­pe auch tat­säch­lich der Grund? Die gesam­te (!) Mann­schaft der Vol­vo-Werk­statt kennt heu­te nur eine Mis­si­on: Die­ser grü­ne Ral­lye-Vol­vo muss wie­der auf die Stra­ße! Mit ver­ein­ten Kräf­ten geht es los und nach 2 Stun­den ist es voll­bracht: der Frisch­lings-Vol­vo No. 2 ist wie­der “Rea­dy to Race”.

Volvo-Werkstatt in Ankara
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — vol­ler Ein­satz — Vol­vo-Werk­statt in Anka­ra

Die Freu­de ist nicht zu über­bie­ten. An die­ser Stel­le noch ein­mal ein ganz beson­de­rens “Dan­ke­schön” an Bahat­tin, Vol­vo Tür­kei und die Jungs der Vol­vo-Werk­statt in Anka­ra!

kaputte Wasserpumpe
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — der Übel­tä­ter — gebro­che­nes Plas­tik­teil in der Was­ser­pum­pe

Die Akti­on hat jetzt nicht nur Ner­ven, son­der immens viel Zeit gekos­tet. Der Ral­lye-Tross ist längst wei­ter gezo­gen und wir müs­sen einen hal­ben Tag auf­ho­len. Daher ken­nen unse­re Vol­vos auf den nächs­ten gut 200 km nur eine Gas­pe­dal-Stel­lung: Pedal to the Metal. Schließ­lich erwar­tet uns heu­te Nach­mit­tag die ers­te ech­te Off­road-Prü­fung in Boga­zka­le. An uns fliegt eine beein­dru­ckend schö­ne Land­schaft vor­bei. Da nun auch end­lich das Wet­ter mit­spielt — zum Glück geht Detlef‘s Wet­ter­vor­her­sa­ge nun auf — genie­ßen wir die­ses land­schaft­lich so viel­fäl­ti­ge Land. Die Tür­kei ist echt wun­der­schön und hat so viel mehr zu bie­ten als Son­ne und Strand. Dazu spä­ter aber noch mehr.

Verfolgung der restlichen Gruppe
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — wir jagen dem Ral­lye-Tross hin­ter­her
Naturschönheit Türkei
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Natur­schön­heit Tür­kei

Boga­zka­le ist der Start­punkt für den ers­ten Ral­lye-Ein­satz. Bis­her haben wir die Tour bis auf weni­ge Kilo­me­ter ja nur auf Asphalt zurück­ge­legt. Was uns nun erwar­tet ist Spaß pur. Auf einer ca. 50 km lan­gen Etap­pe jagen wir über abge­sperr­te und durch jede Men­ge Mili­tär-Poli­zei gesi­cher­te Pis­ten.

abseits der Straßen
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — abseits der Stra­ßen
Vollgas über die Pisten
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — mit Voll­gas über die Pis­ten

Zunächst noch vor­sich­tig, dann etwas schnel­ler, um dann mit einer irr­sin­ni­gen Geschwin­dig­keit durch die Land­schaft zu bret­tern. Wahn­sinn, der Ral­lye-Virus hat uns end­gül­tig gepackt! Auch unse­ren Fahr­zeu­gen steht ein ver­schmitz­tes Lächeln auf den Küh­ler­grill geschrie­ben.

Crew der Allgäu Orient Rallye
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Ral­lye-fah­ren macht glück­lich!
Fahrt über Pflaster
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge die Ral­lye beginnt

Wäh­rend der gna­den­lo­sen Rase­rei über Stock und Stein kom­men uns die Funk­ge­rä­te zugu­te. Das Füh­rungs­fahr­zeug — also der ers­te unse­rer drei Autos — hat freie Sicht. Und der Bei­fah­rer funkt die Stre­cken­ver­hält­nis­se, nahen­de Kur­ven und Gefah­ren wie ent­ge­gen­kom­men­de Esel an die Kol­le­gen in den nach­fol­gen­den Vol­vos. Hier ist Ver­trau­en echt not­wen­dig, denn zum Teil sieht man durch den Staub nichts. Gar nichts.

Mit dem Volvo durch das Gelände
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — vol­ler Ein­satz
Offroad durch die Türkei
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Off­road durch die Wei­ten der Tür­kei

Hin und wie­der fah­ren wir durch klei­ne Dör­fer. Hier scheint die Zeit still zu ste­hen. Seit Jahr­zehn­ten. Wir gehen run­ter vom Gas und stop­pen, sobald wir Kin­der sehen. Von unse­ren Spon­so­ren in Deutsch­land haben wir viel Spiel­zeug und Give-aways bekom­men. Die­se ver­tei­len wir groß­zü­gig und sor­gen für umwer­fen­de Kin­der­lä­cheln. Gibt es etwas Schö­ne­res?

Natur während der Allgäu-Orient-Rallye 2014
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — beein­dru­cken­de Natur

Willkommen in Çorum

Am Abend errei­chen wir Corum. Die Stadt hat zu Ehren der AOR eine Fest­pa­ra­de orga­ni­siert und wir stau­nen nicht schlecht, als Kapel­len und Marsch­grup­pen an unse­rem Nacht­la­ger vor­bei­zie­hen.

Parade in Corum
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Para­de in Corum — viel der Ehre

Nach­dem die letz­ten bei­den Tage uns echt so eini­ges abver­langt haben und wir die Nah­rungs­auf­nah­me fast kom­plett aus­ge­setzt haben, gön­nen wir uns ein Fest­mahl. Phar­ma-Mar­kus ist in unse­rer Trup­pe der Gour­met und er genießt den Ein­kauf im nahe­ge­le­ge­nen Markt. Lus­tig wird es, als man ihm anbie­tet, dass eine Jun­ge sei­ne Tüten zum Auto tra­gen soll. Anschei­nend sieht Mar­kus so fer­tig aus, dass man ihm die 20 Meter Weg­stre­cke nicht mehr zutraut.

freundliche Helfer beim Tragen der Vorräte
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Mar­kus bekommt Hil­fe
Typisches Rallye BBQ
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — lecker — das haben wir uns ver­dient! Typi­sches Ral­lye BBQ

Zum Din­ner gibt es eine rie­sen Schüs­sel-Salat, Lamm­ko­te­letts und lecke­re Steaks. Yum­mie! Unse­ren Fuhr­park haben wir zur Wagen­burg auf­ge­baut und in deren Mit­te bezie­hen wir schon recht zei­tig unser Nacht­la­ger. Voll­kom­men sto­ked von den Erleb­nis­sen der letz­ten Tage schla­fen wir ein.

AOR 2014 Hachenburger Frischlinge - BBQ in Corum - Markus & Markus bestaunen das Feuerwerk
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — BBQ in Corum — Mar­kus & Mar­kus bestau­nen das Feu­er­werk
AOR 2014 Hachenburger Frischlinge - Feuerwerk zu Ehren der AOR
AOR 2014 Hach­en­bur­ger Frisch­lin­ge — Feu­er­werk zu Ehren der AOR

Wir sind nun unwi­der­ruf­lich im Ral­lye-Modus und freu­en uns auf die nächs­ten Etap­pen. In Gedan­ken sind wir oft bei unse­ren Fami­li­en, aber den Rest der Welt haben wir mehr oder weni­ger kom­plett aus­ge­blen­det. Alles dreht sich ums Ren­nen fah­ren. Was erwar­tet uns mor­gen? Und haben wir tat­säch­lich eine Chan­ce, das Kamel zu gewin­nen?

staubige Straße während der Allgäu-Orient-Rallye 2014

Im nächs­ten Bei­trag berich­tet ich euch von wei­te­ren hei­ßen Off­road-Etap­pen in der Tür­kei, einem Hor­ror-Unfall und unse­rer unver­gess­li­chen Über­nach­tung bei einem PKK-Sym­pa­thi­san­ten. Stay tun­ed!

Hast du schon mei­ne ers­ten Bei­trä­ge zu der Ral­lye gele­sen? Hier fin­dest Teil 1 und Teil 2.

2 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.